30 September 2011

[Rezension] ♥ Meerestochter - Serena David

0 DREAMS left | leave a DREAM
Titel: Meerestochter
Autor: Serena David
Verlag: Rowohlt
Preis (broschierte Ausgabe): 8,99 Euro
Seiten: 368
Erscheinungsdatum: Oktober 2011

Klapptext

 In Vollmondnächten bekommen Meerjungfrauen, was immer sie sich wünschen. Für wenige Stunden können sie sogar unter Menschen wandeln. In einer dieser Nächte verliebt sich die Meerjungfrau Ondra unsterblich: Adrian, der eigentlich in London studiert, verbringt seine Semesterferien in dem kleinen schottischen Küstenstädtchen. Für ihre große Liebe ist Ondra bereit, das Undenkbare zu wagen – sie will Mensch werden. Doch als eine Wasserleiche an den Strand gespült wird und Adrian in Verdacht gerät, etwas mit dem Mord zu tun zu haben, wird die ungleiche Liebe auf eine harte Probe gestellt ...

Rezension

Ich hatte große Hoffnungen in dieses Buch, weil der Klapptext sich einfach märchenschön und romantisch angehört hat. Leider wurde das Buch meinen Erwartungen nicht gerecht. 
Immer wenn Vollmond ist, verwandeln sich die Meermenschen, die an Land gehen, in Menschen. Die meisten nutzen diese Gelegenheiten, um sich mit einem Menschen zu vergnügen. Ondras Freunde sind da keine Ausnahme, nur Ondra weiß nicht, was daran so toll sein soll. Trotzdem geht sie bei Vollmond an Land und begegnet Adrian. Sofort weiß sie, dass er etwas besonderes ist, anders als die anderen dummen Menschen und beide verbindet sofort ein inniges Band der Liebe. Sie setzt alles daran, ein Mensch zu werden, während die Polizei eine Leiche aus dem Meer fischt und ausgerechnet Adrian gehört zu dem Kreis der Verdächtigen. 

So weit so gut. Die Grundidee der Geschichte ist nicht schlecht. Die Mischung aus Märchen und Krimi ist gut gelungen und der Krimiteil war wirklich nett zu lesen.

Der Schreibstil war ganz okay. Man findet keine tiefsinnigen Sätze oder irgendwelche wundersamen Metaphern, doch konnte die Autorin mit ihrem Schreibstil fesseln und die Seiten fliegen nur so dahin. 

Was mir sehr gut gefallen hat, war der Humor in dem Buch. Die Charaktere hauen manchmal einfach lustige Sätze raus und auch Ondra ist einmalig.

„Wie heißt du?“
Ondra, schluckte. Richtig, Menschen hatten Namen, solche deren Schallwellen nicht wie ein Geräusch des Meeres klang.
Schiffe! Schiffe trugen fast immer die Namen von Frauen.
„Ich heiße... Fischereigenossenschaft Süd.“


Immer wieder kommt es zu solchen Missverständnissen und von daher hat man wirklich Spaß beim Lesen.
Im allgemein jedoch, sind mir die Figuren alle etwas zu schwammig. Keiner hat wirklich  Tiefe, sondern alle sind doch sehr schwarz-weiß gehalten und das schlimmste, ich konnte für fast keinen wirklich Sympathie entwickeln. 

Leider hat die Autorin andere Schwerpunkte in der Geschichte gesetzt als ich. Die ersten hundert Seiten passiert nicht sehr viel, man lernt halt ein bisschen die Leute an Land und im Meer kennen. Aber das, was ich gerne hätte lesen wollen, einen interessante Geschichte, wie man als Meermensch zum Mensch wird und wie die Ondra und Adrian sich ineinander verlieben, wurde sehr knapp gehalten. Die Beiden verlieben sich sofort ineinander und für beide ist es auch gleich die Liebe ihres Lebens. Ich habe mir ständig gedacht, wie kann man den jemanden SO lieben, wenn man ihn gerade mal 5 Minuten gesehen hat? Also ein romantisches Kennenlernen wäre mir doch etwas lieber gewesen. Aber auch allgemein hatte ich immer mal das Gefühl, dass die Autorin eher weniger als mehr Seiten schreiben wollte, da einige Situation doch ein bisschen tiefer hätten behandelt werden können.
Auch das Ende hätte besser sein können. Es wurde spektakulär und spannend und man dachte, omg es werden doch nicht etwa alle sterben... Und na ja, schnell wird die Situation dann entschärft und eine Menge Potential der Geschichte ist wieder verloren gegangen. Schade. Ein grandioses Finale hätte doch noch mal etwas rausgehauen.

Zuletzt hab ich noch ein paar Sachen gefunden, die mich einfach gestört haben. Ondra kannte sich mit den ganzen Menschen Gepflogenheiten nicht aus, aber mit Technik war sie relativ vertraut. Außerdem kann sie  Schiffnamen und Büchertitel lesen, aber später sagt sie selbst, dass sie nicht lesen kann und lernt es. 

Fazit

Ein Buch mit Höhen und Tiefen. Der kleine Krimi als Nebenhandlung hat mir gut gefallen, doch die eigentliche Liebegeschichte hätte doch etwas tiefer und emotionaler sein können. Trotzdem war es nett zu lesen, es war lustig und der Mittelteil des Buch hat mir wirklich gefallen, jedoch hat das Buch wenig mit ähnlichen Geschichten, wie "Ariell die Meerjungfrau" oder "die kleine Meerjungfrau" zu tun.
Stil (3/5)
Charaktere (3/5)
Humor (4/5)
Gefühl (2/5)
Spannung (2/5)
  3 von 5 Dreamcatchern
 Vielen lieben Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionexemplar

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