14 Januar 2012

[Rezension] Semesterferien - Christoph Straßer

3 DREAMS left | leave a DREAM
  Titel: Semesterferien
Autor: Christoph Straßer
Verlag: Unsichtbar
Preis (broschierte Ausgabe): 9,99 Euro
Seiten: 205
Erscheinungsdatum: November 2011

Klapptext

Zugegeben: Studieren ist anstrengend und gar nicht sexy.
Wie gut, dass es Semesterferien und den Sommer gibt!
Denn dann ist die Zeit, Referate, Seminare und langweilige Hausarbeiten zu vergessen und sich den wirklich wichtigen Dingen im Leben zu widmen.
Auch die Freunde Platon und Jim stürzen sich kopfüber in die vorlesungsfreie Zeit und genießen in vollen Zügen, was diese ihnen zu bieten hat:
Einen besten Freund, der Selbstmordgedanken hegt, einen Nebenjob, der einen die Würde kostet und natürlich das quälende Gefühl, wirklich alles im Leben falsch gemacht zu haben.
Aber dafür sind Ferien schließlich gemacht, oder?

Auf den Punkt 

Inhalt sucht man in diesem Buch leider vergeblich...

Rezension

Ehrlich gesagt bin ich nicht wirklich zufrieden mit diesem Buch. Ich dachte, ich hätte hier ein Buch in Richtung Matthias Sachau oder so. Also ein lustiges Buch, ohne wirklich ernste Thema, dafür mit sympathisch-bekloppten Charakteren. Aber definitiv ist Matthias Sachau um Längen besser. 
Ohne den sehr flüssigen Schreibstil hätte ich dieses Buch, glaube ich, nicht zu Ende lesen können. Man findet einiges an Wortwitz und kann auch an der ein oder anderen Stelle mal schmunzeln, allerdings bleiben die großen Brüller aus. 
Mit den Hauptcharaktern, Platon, Jim und Lakai, aus deren Sicht man die Geschichte abwechselnd geschildert bekommt, bin ich erst nach einer Weile warm geworden. Man lernt die drei zumindest charakterlich erst im Laufe der Geschichte mal ein bisschen besser kennen und findet dann tatsächlich, dass sie gar nicht so schlecht sind. Das Problem bei den Charakteren ist allerdings, dass man sie eigentlich gar nicht wirklich kennen lernt. Beispiele gefällig? Ich dachte das ganze Buch über Platon sei ein Spitzname, weil eigentlich doch niemand Platon heißen kann. Erst gegen Ende erfährt man, dass er wirklich so heißt und Grieche ist. Hätte man durchaus mal am Anfang erzählen können.
Oder Lakai. Das er nicht Lakai heißt, war mir tatsächlich klar, aber wie er heißt, erfährt man erst kurz vor Ende des Buches. Warum man ihn Lakai nennt? Keine Ahnung. Wie er aussieht? Keine Ahnung. Das Buch spart also massig an Beschreibungen und Erklärungen, an Dingen, die einfach zu jeder vernünftigen Einleitung gehören.
Nun zum allergrößten Manko des Buches - der Inhalt. Leider ist dieser nämlich so gut wie gar nicht vorhanden. Die ersten hundert Seiten (von zweihundert!) passiert irgendwie mal gar nichts erzählenswertes. Die drei kiffen, saufen, arbeiten, kiffen, saufen, arbeiten, kiffen... 
Mehr passiert wirklich nicht. Erst wenn man nur noch weniger als die Hälfte zu lesen hat, wird es noch mal ein bisschen interessanter. Platon sucht einen neuen Job und muss in eine Call-Center und Lakai hat mit Selbstmordgedanken zu kämpfen. Ab hier bleibt auch Platon meist die erzählende Figur. Jim wird irgendwie außen vor gelassen und mutiert zur Randfigur, was ich jetzt aber nicht schlimm fand. Auch wenn die Richtung, die die Geschichte jetzt einschlägt, einem auch nicht gerade vom Hocker haut, es hat mich zumindest während der Zugfahrt gut unterhalten und ich war zufrieden.
Das, für mich, überraschende Ende war meiner Meinung nach wieder viel zu kurz abgehandelt worden. Hier wären einige Seiten mehr definitv sinnvoll gewesen.


Fazit

Ein Buch, welches wohl eher noch die männlichen Leser unter uns ansprechen soll. Vielleicht lag es daran, dass ich eine Frau bin, ich wurde mit diesem Buch leider leider nicht warm. Es zeigt definitiv Defizite im Inhalt und ist auch nicht wirklich lustig, was ich doch zumindest erwartet hätte. Dazu werden die Hauptpersonen schlecht eingeführt und das Ende ist viel zu apprupt. Ich kann das Buch eigentlich an niemanden mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Last die Finger davon, es sei denn ihr wollt wissen, wie es ist, wenn man ein Buch ohne Inhalt liest.

Stil (4/5)
Charaktere (2/5)
Humor (2/5)
Gefühl (1/5)
Spannung (1/5)
 
 2 von 5 Dreamcatchers

Vielen Dank an blogg dein buch und dem unsichtbar Verlag für das Rezensionsexemplar!
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Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Erst dachte ich laut dem Titel, es könnte ein lustiges, interessantes Buch sein. Aber nun werde ich drauf verzichten. Danke für deine Rezi!!

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    1. Bitte, ich helfe immer wieder gerne ;) Hättest dir aber auch wirklich keinen Gefallen getan.

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