02 Januar 2012

[Rezension] Stille Nacht - Magische Liebesgeschichten

0 DREAMS left | leave a DREAM

  Titel: Stille Nacht
Autor: Tanja Heitmann, Nina Blazon uvm.
 Verlag: Rowohlt
Seiten: 192
Erscheinungsdatum: November 2011

Rezension

Passend zur Weihnachtszeit habe ich die letzten Wochen ein Buch voller weihnachtlicher Kurzgeschichten gelesen. Ich war skeptisch, da ich Kurzgeschichten eigentlich gar nicht so gerne mag, doch im Nachhinein bereue ich nicht, dieses Buch gelesen zu haben. Da wir hier fünf eigenständige Geschichten haben, werde ich jede einzelne kurz beschreiben und bewerten.

Eine Spur von Rot - Tanja Heitmann (3/5 Dreamcatchern)
Wir befinden uns in einer Welt, in der die Menschen und Vampire die größten Feinde sind. Zwischen ihnen herrscht ein Jahre andauernder Krieg, den die Menschen zu verlieren drohen, da sie fast ausgestorben sind. In der Nacht zu Weihnachten geschieht es nun, dass Finjas, ein Vampir, ein Menschenmädchen entdeckt. Doch obwohl sie zu seinen größten Feinden gehört, kann er sie nicht umbringen. Stattdessen entwickelt er Gefühle für sie und sie augenscheinlich auch für ihn...

Ja, dies ist die Autorin, mit der für dieses Buch vor allem geworben wird. Leider hat mir persönlich diese Geschichte am wenigsten gefallen. Alles in allem war das Thema eher unpassend für eine Kurzgeschichte. Schon allein über die neuentworfene Welt hätte ich gerne mehr erfahren, als es auf den wenigen Seiten möglich war. Aber am meisten hat mich gestört, dass beide, Mädchen und Vampir, innerhalb von ein paar Stunden dem anderen vertrauten und all ihre Vorsätze über Bord geworfen haben, obwohl eigentlich auf beiden Seiten sehr großes Misstrauen herrscht. Nein, ich finde, die Geschichte hätte definitiv viel mehr Zeit gebraucht um wirklich gut zu sein. So war sie eher unlogisch und wirkt einfach nur schnell abgearbeitet. Schade.

Das Herz in der Dunkelheit - Gesa Schwartz (5/5 DC)
Eine Geschichte angelehnt an die Schöne und das Biest. Sophie beobachtet wie jemand in einer dunklen Straßen zusammengeschlagen wird. Sie versucht zu helfen, verletzt sich und wird ohnmächtig. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie metertief unter der Erde, an einem Ort an dem Askadon, der Geist in dem Schatten, lebt. Er war es der zusammengeschlagen wurde und aus Dank, dass sie ihm geholfen hat, hat er sie in seinem unterirdischem Reich gepflegt. Leider bekommt sie sein Gesicht nicht zu sehen, da er sich immer im Schatten versteckt hält. Sie wird neugierig und versucht herauszufinden, wer er ist, während er ihr klar macht, dass sie gehen muss, sobald sie gesund ist, da er weiterhin allein leben will bzw. muss.

Die Geschichte war wunderschön. Die Autorin hat einen tollen Schreibstil, der mich sofort mitgerissen hat und sie beschreibt die Situationen so gefühlvoll und liebevoll, dass man einfach mitfiebern muss. Auch man selbst möchte wissen, wer Askadon ist und hofft, dass Sophie ihm irgendwie helfen kann. Auch das Ende, welches ich nicht verraten möchte, ist wirklich total schön. Alles in allem eine wirklich schöne Geschichte.

Tom Jofnurs Lied - Nina Blazon (5/5 DC)
Tom Jofnur, ein Arzt, befindet sich auf einem Schiff, welches in Alaska Jagd auf das "Einhorn" macht, einem Wal, mit einem Horn, welches einem alle Wünsche erfüllen soll. Damit sie sich nicht verfahren, haben sie zwei Eskimos an Bord, die ihnen helfen, die Orientierung zu behalten. Schnell merkt man, dass Tom innerlich kaputt ist, da er das Gefühl hat, einen Fluch auf sich zu haben, da jeder, den er behandelt, zu sterben scheint, angefangen mit seiner eigenen Verlobten. Schließlich verschwinden die Eskimos grundlos, doch an ihrer Stelle erscheint eines Morgens Sedna, eine weitere Eingeborene, auf dem Schiff. Sie verrät niemandem woher sie kommt, doch sie lotst das Schiff weiter durch das Meer. Tom ist sofort fasziniert von ihr...

Wieder eine schöne Geschichte, die mich berührt hat. Tom ist so ein sympathischer Charakter, der allerdings eigentlich mit dem Leben abgeschlossen hatte, seit seine Verlobte unter seinen Händen gestorben war. Man hofft so sehr mit ihm mit, dass er irgendetwas findet, was ihm hilft sein Tief zu überwinden. Auch die mysteriöse Sedna sorgt dafür, dass man weiterlesen möchte, da man wissen will, wer sie ist und wo sie herkommt. Und ja, wenn dies endlich aufgelöst wird, ist man schon überrascht. Das Ende hat mir auch super gefallen, es passt zur Geschichte und war nicht zu perfekt.

Geisterwolf - Anika Beer (5/5 DC)
Julie ist deprimiert, weil sie Weihnachten alleine verbringen soll. Dieser Gedanke zieht sie so sehr herunter, dass sie an einer Brücke steht und darüber nachdenkt zu springen. Allerdings denkt sie wirklich nur darüber nach, sie hat es nicht wirklich vor. Plötzlich wird sie von jemandem angesprochen,  von einem fremder Mann, der sich gerne am Abend mit ihm treffen möchte. Sie stimmt zu, obwohl sie weiß, dass es wahnsinnig ist und gemeinsam gehen sie am Abend in eine Kneipe. Dort erzählt er ihr, wer er wirklich ist. Ein Geist, der nur an Weihnachten eine Gestalt annehmen kann. Und ausgerechnet er braucht ihre Hilfe...

Noch eine Geschichte, die toll war. Auch wenn hier wieder mal wenig Zeit vergeht, in denen die Charaktere sich kaum kennen lernen, war es hier doch anders, als in der ersten Geschichte, da es, wie man später erfährt einen Grund gibt, warum sie so vertraut sind. Die Charaktere waren toll, die Geschichte hat mich an manchen Stellen überrascht und das Ende überzeugte auch. Hat man eigentlich nichts zu meckern.

Winterkinder M.F Hammesfahr (4/5 DC)
Jenny, Marie und Lara verbringen Weihnachten in einer Berghütte. Dort hören sie plötzlich schreckliche Schreie und als sie dem Geräusch folgen, entdecken sie einen Mann, der mit einem Dolch auf etwas einsticht, was für ihre Augen unsichtbar bleibt. Sie bekommen Angst und verschwinden wieder in die Hütte. Am nächsten Tag gehen sie ihn suchen und entdecken ihn gefangen in einem Dornengestrüpp. Sie befreien ihn und nehmen ihn mit in ihre Hütte. Als sie herausfinden, wer er ist, können sie es eigentlich kaum glauben.

Auch eine gute Geschichte, mit einer tollen, neuen Idee. Denn die Autorin hat sich wirklich etwas einfallen lassen und der Fremde ist nicht irgendein langweiliger Vampir oder so, sondern mal etwas völlig neues. Die Geschichte war spannend und mysteriös, da man zu Beginn nicht weiß, ob der Jäger nun gut oder böse ist. Leider haben wir hier ein offenes Ende, und das mag ich nicht so. Wenn das Ende nun auch gut gewesen wäre, wäre auch diese Geschichte wieder top.

Raunächte - Nora Melling (3,5/5 DC)
Elodie, die Weihnachten nicht wirklich mag, wird während ihre Weihnachtseinkäufen fast angefahren. Glücklichweise wird sie gerade noch von einem Mann aus dem Weg geschubst. Ihr mysteriöser Retter stellt sich jedoch als sehr anhänglich heraus und folgt ihr auf Schritt und Tritt sogar in ihre Wohnung. Allerdings stellt sie fest, dass sie ihn gar nicht mal so übel findet und lässt ihn sogar bei sich übernachten. Schließlich erzählt er ihr, dass er aus einer anderen Welt kommt und leider ein paar Dämonen auf ihre Welt losgelassen hat, weswegen er jetzt alle Hände voll mit diesen zu tun hat. Elodie kann es zu erst nicht glauben, doch dann kann sie die hässlichen Dämonen mit ihren eigenen Augen sehen.

Diese Geschichte war sehr unterhaltsam und nicht so ernst, wie die anderen. Mick, der mysteriöse Kerl aus der anderen Welt, ist ein toller Charakter, über ihm hätte ich gerne ein ganzes Buch gelesen. Witzig, charmant und etwas eingebildet, einfach immer wieder lustig, solche Mischungen :) Leider empfand ich auch diese Idee eher unpassend für eine Kurzgeschichte, da alles so schnell von statten gehen musste und sich hier mal wieder zwei Menschen, nachdem sie sich geschätzte fünf Stunden kennen, unsterblich ineinander verlieben. Diese Geschichte hätte eindeutig viel mehr Zeit gebraucht, um sich zu entfalten. Trotzdem hat die Geschichte mich gut unterhalten.

Fazit

Die meisten Geschichten waren wirklich gut und schnell zu lesen. Schön ist es vor allem, wenn man das Buch kurz vor Weihnachten liest, da die Geschichten sich alle zu dieser Zeit ereignen. Dieses Buch sorgt dann für zusätzliche Weihnachtsstimmung :)
Da die meisten Geschichten überzeugt haben, kann ich das Buch weiterempfehlen, an alle, die gerne Liebesgeschichten lesen, in denen mysteriöse magische Wesen vorkommen, meist alá Twilight, auch wenn die Ideen hinter den Geschichten doch neu waren und nicht wirklich mit Twilight zu vergleichen sind.

4 von 5 Dreamcatchers

Vielen lieben Dank an den Rowohlt-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplar!

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