26 Juni 2014

[Exkurs] Traurige Welt

4 DREAMS left | leave a DREAM
Huhu ihr Lieben,
lange nichts mehr von mir gehört, ich weiß :) Komme im Moment mal wieder kaum zum lesen, aber in einem Monat hab ich Semesteferien, dann vielleicht wieder.

Heute möchte ich mal wieder das Hauptthema meines Blogs ausklammern und wieder mal etwas politischer/kritischer werden. Hab gerade einen Artikel gelesen, der mich mal wieder sehr schockiert hat.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/billigmode-kette-primark-kunden-finden-eingenaehte-hilferufe-in-kleidung-1.2017423

Klar es ist keine Überraschung, dass in anderen Ländern Menschen ausgebeutet werden, aber wie verzweifelt muss man sein, wenn man heimlich Hilferufe in die Kleidung einnäht? Vor allem wurde bis jetzt weder geklärt, wie genau die Arbeiter dort arbeiten müssen, noch was Primark jetzt dagegen tun will... Und wisst ihr was mich besonders traurig daran macht? Die Leute erhoffen sich Hilfe und gehen dafür sogar die Gefahr ein, entdeckt zu werden, wenn sie so etwas einnähen (die Aufseher werden von solchen Aktionen sicher nicht begeistert sein...) und es wird sich einfach nichts ändern. Jetzt sind alle wieder kurz schockiert, aber dann ist es auch wieder gut.

Zusätzlich muss ich ja sagen, mich ärgert es, dass immer betont wird dass die Leute in einer Billigwaren-Firma arbeiten. Für alle, die glauben, so lange sie nicht bei Kik und co einkaufen, müssen sie kein schlechtes Gewissen haben, hab ich jetzt eine schlechte Nachricht: Fast jede Firma beutet ihre Arbeiter aus, selbst die teuren Marken, wie HUGO etc. Der Preis der Ware in Deutschland, sagt wirklich nichts mehr über die Bezahlung der Arbeiter (und auch über die Qualität) aus.

Auch ist es nicht richtig, dass nur Kleidung aus Bangladesh und China unter schlechten Bedingungen produziert wird, auch die Türkei und andere sind groß darin, ihre Arbeiter 12 Stunden oder länger, bei schlechten Bedingungen und schlechter Bezahlung arbeiten zu lassen...

Leider wird sich daran nichts ändern. Natürlich könnte jeder einzelne jetzt darauf achten, dass er nur noch Ware made in Germany/EU oder so kauft, aber das ist verdammt schwierig und ich geb es zu, auch ich tu es nicht wirklich, ich fühle mich da auch überfordert.
Besser und hilfreicher für die Menschen in anderen Ländern wäre es, wenn die Politik aktiv eingreifen würde und zum Beispiel nur Waren importiert, bei denen die Arbeitsbedingungen einigermaßen okay sind.
Auch können mir die Unternehmen nicht erzählen, wenn sie die Arbeitszeiten kürzen und/oder etwas mehr Lohn zahlen würden, dass sie mega viele Verluste hätten. Teilweise ist ihre Gewinnspanne pro Kleidungsstück wirklich extrem hoch.
Außerdem - Kaum jemand hätte hier ein Problem damit, fünf Euro mehr pro T-Shirt zu zahlen, wenn die Arbeiter dafür fünf Euro mehr Geld bekommen (und in manchen Ländern sind fünf  Euro schon viel Geld). Das gemeine ist ja, wir zahlen ständig mehr für Kleidung, jedoch nur an die Konzerne, die Arbeiter sehen sowieso keinen Cent davon.... Ja, ich könnte mich da jetzt reinsteigern, aber ich höre jetzt auch wieder auf.

Meine deprimierte Stimmung wird aber noch etwas anhalten. Ich finde es einfach mal wieder traurig, wie unfair die Welt und wie wenig man als Einzelner dagegen tun kann.

Kommentare:

  1. Ich finde sowas auch total traurig, sobald man darüber nachdenkt. Man versucht es halt so gut wie möglich zu ignorieren, da einem das schlechte Gewissen dann sofort überfällt und man am liebsten den krieg gegen diese Leute anzetteln würde die die Leute in armen Ländern so ausbeuten. Aber das problem ist wirklich das mann einfach nichts tun kann und das ist irgendwie so doof ._. klar kann man immer darauf achten was man kauft aber damit ists ja auch nicht getan, Millionen andere Menschen werden es jeden Tag wieder tun und billigware kaufen. Das ist ja das schreckliche, man kann einfach nichts wirkliches tun ._.

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    1. Ich sehe, du verstehst mich vollkommen. Wenn ich wirklich über alles, was unfair ist nachdenke, bin ich immer so weit, dass ich denke, eigentlich dürfte man gar nichts mehr kaufen und alles nur anbauen/selbst machen. Oder aber nackt im Wald leben. Aber das geht ja auch nicht.

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  2. Hallo du, ich finde es toll, dass du darüber schreibst und ich sehe es genau wie du. Die Situationen in denen die Menschen ausgebeutet werden sind einfach schrecklich. Du hast recht man kann nicht wirklich was großes tun, aber viele Leute die etwas Kleines tun haben irgendwann auch was großes. Ich werde diese Kette auf jeden Fall meiden und bin da bestimmt nicht die Einzige.
    Ja man dürfte eigentlich nix mehr kaufen etc, oder halt gucken womit man sich überhaupt nicht mehr arrangieren kann. Das ist zwar nicht optimal aber immerhin etwas, oder was meinst du? Lg Petra
    www.papierundtintenwelten.blogspot.de

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    1. ich kannte die Kette nicht mal, von daher fällt es mir auch nicht schwer, sie zu boykottieren :D Und ja, ich finde auch, jeder sollte sein möglichstes tun, ob nun viel oder wenig. Es ist ja auch schon geholfen, wenn die Leute nicht allzu ahnungslos durch die Welt laufen und zumindest wissen, was sie mit ihrem Kauf anrichten.

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