15 Dezember 2014

[Rezension] Die Begabte - Trudi Canavan

2 DREAMS left | leave a DREAM

Inhalt
Der junge Archäologe Tyen entdeckt ein magisches Buch, in dem seit vielen Jahrhunderten das Bewusstsein einer Frau gefangen ist: Pergama war einst eine talentierte Buchbinderin, bis ein mächtiger Magier sie mit einem Zauber belegte und dazu verfluchte, für alle Zeit das Wissen der Welt in sich aufzunehmen. Und so weiß Pergama, dass Tyens Heimat und allen, die ihm am Herzen liegen, eine schreckliche Katastrophe droht. Allerdings kann sie Tyen nur helfen, wenn es ihm gelingt, den Fluch des Buches zu brechen. Und tatsächlich hat Tyen keinen dringlicheren Wunsch, als Pergama zu befreien – der längst seine Liebe gehört.

Titel: Die Begabte; Reihe: Die Magie der tausend Welten; Autor: Trudi Canavan Seiten: 672; Verlag: Penhaligon; ISBN: 978-3-7645-3105-8; Preis (Hardcover): 19,99 Euro; Erscheinungsdatum: November 2014



Von Trudi Canavan kannte ich schon alle Bände von "Die Gilde der schwarzen Magier" und "das Zeitalter der Götter", die mir beide damals gut gefallen haben. Die Sonea-Reihe habe ich ausgelassen, da ich immer etwas skeptisch bin, bei solchen Arten von Fortsetzungen. Nach längerem Warten ist nun endlich wieder ein neues Buch zu einer neuen Fantasywelt von Trudi Canavan erschienen und da der Klapptext mich sofort angesprochen hat (Bücher über Bücher sind IMMER gut!), musste ich es unbedingt lesen.

Das erste, was ihr jedoch wissen müsst, ist, dass sich das Buch nicht alleine um Tyen und sein magisches Buch dreht, sondern auch um Rielle, die vermutlich in einem anderen Land (oder einer anderen Welt?) lebt und uns eine Geschichte von einer streng religiösen Stadt erzählt, in der Magie nur den Priestern vorbehalten ist. Beide Geschichten exisitieren unabhängig von einander. Natürlich spekuliert man darauf, dass sich die Erzählstränge irgendwann verbinden, doch im ersten Band gibt es darauf keinerlei Hinweise.
Ob einem dies gefällt, ist natürlich Geschmackssache. Wie es so oft bei Geschichten, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden, der Fall ist, wird die Geschichte des einen Charakters meist unterbrochen, wenn es gerade sehr sehr spannend ist. Man kann dies als störend empfinden, da es den Erzählfluss unterbricht, ich persönlich werde von so etwas dazu gebracht, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen, von daher mag ich das.

Die Geschichte von Tyen beschäftigt sich im Grunde mit der Wissenschaft und der Frage, wie weit darf Fortschritt eigentlich gehen und wo sollten Grenzen aufgezeigt werden. Tyen ist zu Beginn der Geschichte etwas naiv und glaubt quasi an das Gute in allen Menschen und daran, dass die Ordnung in seiner Welt genau so richtig ist. Nachdem er mehrmals jedoch hintergangen wird und irgendwann sogar zum Gejagten mutiert, beginnt er seine Ansichten zu hinterfragen. Außerdem fand ich das Buch - Pergama - sehr interessant und obwohl Tyen sich oft mit ihr unterhält, hätte ich gerne noch mehr von ihr gehört.
Alles in allem kommt der Teil von Tyen wie eine Fantasy-Abenteuergeschichte daher, die mich sehr unterhalten, jedoch mit ihren Wendungen nicht überraschen konnte, da man mit vielen Dingen einfach irgendwie rechnet.

Der Teil um Rielle, der zweite Hauptperson, empfand ich persönlich als inhaltlich interessanter, dafür aber auch etwas langatmiger. Hier stehen weniger Abenteuer und Verfolgungsjagten im Vordergrund, der Blick wird eher auf eine religiös-fanatische Weltanschauung gelengt (die man durchaus auf unsere Welt übertragen kann). Rielle, die in dieser Welt aufgewachsen ist und deren Regeln sie nicht hinterfragt, bricht nach und nach (bewusst und unbewusst) aus den vorherschenden Regeln aus und sehnt sich nach einem freien Leben. Dazu wird ihre Geschichte mit einer Prise Liebe gewürzt, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.
Bei der Geschichte um Rielle habe ich jedoch das Gefühl, dass sie lediglich eine Einführung darstellt und der große Knall erst in den folgenden Bändern kommt. Das wirkliche Aufbäumen gegen die Obrigkeit hat gefehlt, doch man spürt, dass das so nicht alles sein konnte. Noch mit den letzten Zeilen der Geschichte deutet die Autorin auf einige Dinge hin, die sehr viel mehr versprechen. 



Alles in allem ist "die Begabte" ein Buch für alle, die Trudi Canavans Bücher lieben. Wieder entwirft sie eine schlüssige Fantasywelt, in der man sich als Leser schnell zu Hause fühlt und deren Charaktere authentisch wirken. Um das Buch abgrundtief zu lieben, fehlen ihm und beiden Geschichten jedoch noch ein paar Kleinigkeiten.
Kaufen dürfen sich dieses Buch alle, die gerne Highfantasy lesen und nach einer neuen faszinierenden Welt Ausschau halten. Wer mit Canavans Bücher bis jetzt nichts anfangen konnte oder auf Highfantasy so gar nicht steht, sollte auch hier die Finger weg lassen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥



Vielen Dank an den Penhaligon-Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars! Du willst das Buch kaufen? *klick*

Kommentare:

  1. hallo, ich danke dir für diesen Eintrag, den sonst wäre mir die neue Serie von Trudi Canavan komplett an mir vorbeigegangen! Weißt du wieviele Bücher diese neue Serie enthält, und wann es weitergehen wird?
    LG Karin au sÖ

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    1. oh na dann, freu ich mich, dass ich dich drauf aufmerksam machen konnte ;)
      Das ganze ist wieder ein Trilogie und die anderen beiden Bücher sollen 2015 und 2016 erscheinen. Also jedes Jahr immer eines :)

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