29 März 2015

[Rezension] Legend - Marie Lu

0 DREAMS left | leave a DREAM




Titel: Fallender Himmer
Reihe: Legend
Autor: Marie Lu
Preis (Hardcover): 17,95 €
Erscheinungsdatum: September 2012
Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7394-5

 Der unbändige Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen.
Doch Day, der meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos – angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders?
Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden, verräterischen Plan ist.


Rezension


Eigentlich lese ich ja sehr gerne Dystopien, doch in letzter Zeit habe ich mehr und mehr eine Dystopie-Pause eingelegt, da man irgendwann das Gefühl hat, man liest immer das selbe. Nach dieser Pause war es wirklich mal wieder ganz angenehm eine Dystopie zu lesen, die zwar auch die anscheinend allgemein gültige Dystopie-Checkliste abarbeitet, aber trotzdem nicht wie ein Abklatsch von jeder x-beliebigen Dystopie wirkt.

In Legend erleben wir wieder mal eine fragwürdige Regierung, die reiche und arme Bürger trennt. Während die Priveligierten offensichtlich keinen Grund zu klagen haben, muss die arme Bevölkerung täglich ums überleben kämpfen. Zusätzlich hat das ganze Land mit einer immer wieder auftauchenden Seuche zu kämpfen, gegen die nur ein von der Regierung gestelltes Impfmittel hilft. Obwohl die Regierung dieses sogar irgendwann an die Armen weitergibt, überleben von ihnen nicht sehr viele.
In dieser Welt treffen wir Day, einen armen Jungen, der es sich zum Ziel gemacht hat, Robin Hood zu spiele und June, die beste Absolventin des Landes, welche schon mit 15 Jahren eine guten Start in die Militärkarriere hinlegt. Ihre Schicksale werden miteinander verbunden, als Junes Bruder angeblich von Day ermordert wird.

Wie ihr schon an der kurzen Zusammenfassung sehen könnt, es gibt einige Punkte, die man einfach so aus jeder Dystopie kennt, doch trotzdem schafft es das Buch einen zu fesseln und mit neuen Ideen zu überraschen. Die Welt ist trotz Schema F sehr individuell und die Regierung ist auf eine sehr perfide Art und Weise grausam, mit der ich fast nicht gerechnet hätte. Auch ist es total interessant, die Geschichte von zwei Seiten erzählt zu bekommen, von der Seite der Armen und der der Reichen bzw. des Militärs. Man kann dabei sowohl June als auch Day verstehen, da beide in ihre jeweilige Situation hineingeboren wurden und gerade June fällt es sehr schwer ihre Ansichten zu hinterdenken.

Obwohl mir die Geschichte echt gut gefallen hat und sich das Buch wirklich schnell und flüssig hat lesen lassen, war für mich nicht alles Friede Freude Eierkuchen.
Zum einen ist es mir unglaublich schwer gefallen, June zu mögen, obwohl sie als Hauptperson eigentlich wohl Sympathieträgerin sein sollte. Bis mindestens zur Hälfte des Buches fand ich sie einfach nur unausstehlich, da sie keinerlei Mitgefühl gezeigt hat und auf mich eher kalt und emotionslos wirkte. Dann kam ihre Wandlung, die die Autorin einfach viel zu knapp geschildert hat, sodass sie für mich auch lange Zeit unglaubwürdig rüber kam. Erst gegen Ende konnte ich mich langsam auch mit ihr anfreunden. Zu den anderen Figuren in ihrem Umfeld konnte ich auch keine netten Gefühle aufbauen, da diese ähnlich kalt und emotionslos wirken.
Day und die Leute auf der Straße wiederum waren äußerst sympathisch und mit ihnen konnte ich auch ohne Probleme mitfiebern.

Der andere Punkt, den ich wirklich zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass die Autorin es nicht schafft, die Gefühle der Figuren so rüber zu bringen, dass sie bei mir als Leser auch ankommen. Liebe, Hass, Trauer... Ja, die Figuren durchlaufen diese offensichtlich, doch werden sie nicht so geschildert, dass ich auch nur ansatzweise mitleide oder mich mitfreuen könnte. Ich weiß nicht mal genau, warum das so ist, aber faktisch gesehen, steht da zwar "June ist traurig", aber es wirkt einfach nicht so. Das fand ich auch sehr schade, da in diesem Buch doch einiges an Potential in dieser Hinsicht gesteckt hat.

Auch das Ende wirkt auf mich ein bisschen zu übertrieben. Es passieren einige Dinge, die so unwahrscheinlich ist oder doch ein bisschen zu sehr wie ein Hollywood-Actionfilm wirken, dass ich mich damit nicht so ganz anfreunden konnte. Wenigsten hat das Buch keinen großen Cliffhanger, wodurch man die Möglichkeit hat, es ohne große Probleme abbrechen zu können. Ich jedoch denke, dass ich irgendwann den zweiten Teil wohl doch noch lesen werde, da mir die Welt und die Geschichte an sich gefallen hat.

Fazit


Eigentlich eine gute Dystopie mit interessanten Welt und interessanter Geschichte. Leider war mir die Hauptfigur June zu unsympathisch und leider schafft es die Autorin nicht, ihre Emotionen glaubhaft rüber zu bringen, sodass das Buch nicht zu besten Dystopien gehört, die ich gelesen habe.
Trotzdem können alle Fans von Dystopien auch diesem Buch eine Chance geben, vielleicht empfinden sie die Dinge, die ich als störend empfand, gar nicht so schlimm. Wer es doch lieber dramatisch und emotional mag, sollte doch etwas anderes lesen.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥
Spannung: ♥♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥


3,5 Dreamcatcher

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