18 September 2015

[Rezension] Lilienfeuer - Aexandra Monir

4 DREAMS left | leave a DREAM



Titel: Lilienfeuer
Autor: Alexandra Monir
Preis: 12,99€
Erscheinungsdatum: September 2015
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-30718-2
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Sieben Jahre ist es her, doch nie gelang es der 17-jährige Imogen jene Nacht zu vergessen, als ihre Eltern bei einem Brand im Garten des englischen Familiensitzes starben. Aufgewachsen in New York, gerät Imogens Welt abermals völlig aus den Fugen, als sie erfährt, dass ihre Cousine Lucia verunglückt ist und sie nunmehr das Erbe als Herzogin von Rockford antreten muss. In England erwarten sie nicht nur die ungewohnten aristokratischen Pflichten, sondern auch Sebastian, Imogens heimliche Liebe seit Kindheitstagen. Doch ihr Wiedersehen auf Rockford Manor wird durch die mysteriösen Vorkommnisse hinter den uralten Mauern überschattet: Waren die Todesfälle in ihrer Familie wirklich ein Zufall?


Rezension


Ehrlich, ich habe mich ziemlich auf das Buch gefreut - zum einen, weil das Cover mal wieder der Hammer ist und sich wirklich verdammt gut in einem Bücherregal macht. Zum anderen natürlich auch, weil die Geschichte interessant, mysteriös und vielleicht auch etwas gruselig klingt.

Nun habei ich es gelesen und das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück - ich weiß nicht mal, wie ich es bewerten soll. Es gab Dinge, für die ich dem Buch maximal einen Stern gegeben hätte, aber auch die Dinge, die wirklich 5 Sterne wert sind.

Kommen wir zu erst einmal zu den Dingen, die mich wirklich positiv überzeugen konnte. Der Schreibstil von Alexandra Monir hat mir wirklich unglaublich gefallen. Irgendwie schafft sie es, dass man, obwohl man sich gerade über das Büch aufregt, nicht aufhören kann zu lesen und das ist ein wirkliches Talent ;)
Auch die Charaktere waren überzeugend, obwohl sie teilweise wirklich Klischees auf Zwei Beinen waren. Imogen, die Hauptfigur, erzählt die Geschichte aus der Ich-Form. Sie ist äußerst sympathisch, witzig und spontan und bringt den steifen Adel doch manchmal ziemlich durcheinander. Klischeehaft ist zum Beispiel der Butler, der einfach genau so ist, wie ein Butler zu sein hat, auch viele der anderen Figuren waren genau so, wie man sie eben erwartet hat.

Kommen wir nun zum wichtigsten an einem Buch - die Geschichte. Diese war ein ewiges auf und ab und konnte mich mal mehr und mal weniger begeistern. Vor allem in der Mitte gab es einige Punkte, die mir wirklich ziemlich gegen den Strich gingen, doch am besten ich fange mal von vorne an.
Schon der Einstieg hat mich ein bisschenn irritiert. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass das Buch nicht in unseren Zeit spielt, sondern zu einer Zeit in der Herzöge (ich muss sagen, ich find das Wort "Herzöge" sehr witzig, aber ich glaube, dass ist echt der Plural) noch eine große Nummer waren. Das es 2014 spielt wäre auch nicht weiter schlimm gewesen, wenn das Buch nicht so tun würde, als wären Herzöge noch eine große Nummer in England. Gerade am Anfang hat mich das doch sehr gestört und ich habe mich mehrmals gefragt, ob Engländer wirklich Fotos von Herzögen aum Flughafen machen würden... (ich meine, wenn es denn überhaupt noch richtige Herzöge geben würde und natürlich ist Kate da ausgenommen ;)). In Deutschland rastet auf jeden Fall niemand aus, wenn er einen Herzog am Flughafen trifft :D

Gut, damit hätte ich mich aber auch noch abfinden können, wenn das Buch so weiter gegangen wäre. Imogens Eltern sterben dann jedoch und sie wächst bei Freunden in den USA auf. Ab hier war das Buch dann auch wieder ganz interessant und ich konnte mich mehr mit der Geschichte anfreunden. Doch dann wird Imogene Herzogin und sie wird gehypt wie die verlorene Tochter der Queen. Auch damit hätte ich noch leben können, denn ich wartete ja nur darauf, dass die Gute in ihr Anwesen zieht und es endlich spannend und mysteriös oder sogar gruselig wird. Aber leider steht definitiv Imogenes Leben als Herzogin im Mittelpunkt und die mysteriösen Ereignisse sind eher Randerscheinungen. Den Mittelteil hätte ich sehr gerne übersprungen - Polospiele und Dinnerabende und das Gehabe, als wäre es in England noch immer Mittelalter, haben mich einfach genervt. Erst die letzten hundert Seiten wurden dann ziemlich spannend und hatten doch einige überraschende Wendungen parrat. So hätte ich mir eigentlich das ganze Buch gewünscht. Eigentlich konnten mich das letzte Drittel des Buches auch ziemlich überzeugen, jedoch hätte die Autorin sich mehr Zeit mit der Auflösung nehmen sollen. Sie hätte, wie ich es mir wirklich gewünscht hätte, die Ereignisse früher einleiten und dafür, ein paar Dinge einfach logischer erklären sollen. Ich kann euch leider nicht sagen, was passiert, aber einen Teil der Auflösung erscheint mir wirklich sehr sehr unwahrscheinlich. Außerdem endet das Buch so, dass es zwar abgeschlossen ist, jedoch ist die Tür zu einer Fortsetzung nicht völlig geschlossen.


Fazit


Ich bekam leider nicht das was ich erwartet habe. Statt einem spannenden und gruseligem Buch, bekam ich eine Geschichte über ein Mädchen, dass lernen muss eine Herzogin zu sein und das im 21. Jahrhundert. Hätten mich nicht zumindest die Charaktere und der Schreibstil interessiert und wäre das letzte drittel des Buches nicht doch spannend geworden, hätte ich das Buch sicher abgebrochen. So kann ich nur feststellen, es war okay, aber nicht mehr und nicht weniger. Lesen dürfen das Buch alle, die auf "Adelgeschichten" stehen, die werden sicher auf ihre Kosten kommen. Wer jedoch diese Buch wegen seiner düstern Atmosphäre und den mytseriösen Todesfällen kaufen wollte, sollte sich ein anderes Buch suchen.

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥


2,5 Dreamcatcher

Danke an cbj für die Bereistellung des Rezensionsexemplars

Kommentare:

  1. Lieben Dank für deine ehrliche Rezension! Ich bin nun ganz froh, dass ich mich nicht von dem schicken Cover habe ködern lassen ;) Ich hatte in letzter Zeit leider schon viel zu viele Bücher, die sich richtig gut angehört haben und dann in der Umsetzung arg schwächelten. Ich glaube nicht, dass ich mit diesem hier glücklich geworden wäre. Polospiele und Dinnerabende oO

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. Ich finde sowieso, dass sich die Verlage mit den Covern echt mühe geben. Im Grunde gefallen mir eigentlich alle Bücher im Moment optisch, da können ja nicht alle gut sein :D
      Ne, wenn man nicht auf diese ZDF-Adelsgeschichten steht, dann ist das wirklich gewöhnungsbedürftig.

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  2. Huhu,
    ich habe das Buch immer noch auf der Wunschliste... Jetzt schwanke ich etwas, ob ich es nicht vielleicht rausnehmen sollte.

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Also ich geb dir den Tipp - les die Leseprobe. Weil genau so wie die ersten 30 Seiten geht es eigentlich das ganze Buch über weiter. Wenn dir das gefällt, kannst du es wagen. Wenn du da schon skeptisch bist, lass es lieber ;)

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