07 Februar 2016

[Rezension] Witch Hunter - Virginia Boecker

4 DREAMS left | leave a DREAM



 Titel: Witch Hunter
Autor: Virginia Boecker
Preis: 17,95 €
Seiten: 400

Erscheinungsdatum: 18. März 2016
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76135-2
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Als die 16-jährige Elizabeth mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und der Hexerei angeklagt. Doch wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich und den Magiern auf. Denn längst ist im Hintergrund ein Machtkampf entbrannt, und Elizabeth spielt darin eine Schlüsselrolle. Nun muss sie sich entscheiden, wo ihre Loyalitäten liegen.


Rezension


 Durch die überaus gelungene Werbeaktion von dtv wird wohl keinem Buchblogger entgangen sein, dass demnächst Witch Hunter von Virginia Boecker veröffentlich wird. Ich persönlich bin schon vor der Aktion auf das Buch in der Verlagsvorschau aufmerksam geworden und wollte es sowieso unbedingt lesen. Da kam die Aktion natürlich wie gerufen ;)

Die Geschichte beginnt direkt ohne langen Einstieg. Elisabeth ist auf Hexenjagd und nimmt ein paar besonders gefährliche Exemplare fest. Kurz darauf wird sie jedoch selbst mit Hexenkräutern erwischt und ins Gefängnis gesperrt. Als sie ausgerechnet von einem der größten Hexer Englands befreit wird, muss sie ihre Ansichten und die Gesetze des Königs langsam aber sicher hinterfragen...

Die Charaktere des Buches sind mir schnell ans Herz gewachsen. Elisabeth, unsere Hauptfigur, ist eine faszinierende Persönlichkeit. Auf den ersten Seiten erlebt man sie als stark, unabhängig und voller Kampfgeist, doch je näher man sie kennenlernt umso mehr Facetten offenbart sie schließlich. Die anderen Figuren sind etwas weniger tiefgründig und fallen meist durch eine herausstechende Persönlichkeitseigenschaft auf. Trotzdem mochte ich auch diese sehr gerne und hoffe, dass man sie im nächsten Band noch etwas besser kennenlernt
Wenig Überraschungen erlebt man beim Antagonisten des Buches. Er ist sehr klassischer Bösewicht, der nur aus Egoismus und Machtgier handelt und über Leichen geht. Obwohl er schon etwas stereotyp war, störte mich dies beim Lesen jedoch nicht. Zu einem typischen Fantasybuch gehört eben auch ein typischer Bösewicht. Aber auch hier hoffe ich auf den zweiten Band und würde mich sehr freuen, wenn der Antagonist auch etwas an Tiefe gewinnen würde.

Ebenfalls konnte die Autorin mit ihrem Schreibstil bei mir Punkten. Dieser war zwar typisch locker, wie es bei Jugendbüchern eben der Fall ist, jedoch besaß er auch eine unglaubliche Sogwirkung auf mich, sodass sich die Seiten nur so weg gelesen haben. Auch der gut gestreute Humor war genau mein Geschmack.
Etwas gestört hat mich jedoch, dass die Geschichte im 16. Jahrhundert spielt, die Ausdrucksweise der Figuren dazu aber nicht gepasst haben. Es wäre für mich einfach authentischer gewesen und hätte zum Weltentwurf der Autorin besser gepasst, hätten die Figuren keine Wörter benutzt, die es im 16. Jahrhunder eher selten gegeben hat.

Wirklich unglaublich gut hat mir die Geschichte gefallen. Ihr zentrales Motiv ist wieder mal die Frage nach Gut und Böse, die Elisabeth für sich im Laufe der Ereignisse neu beantworten muss. Ihr ursprüngliches Weltbild muss sie durch das Kennelernen der Magier und durch die Informationen, die sie über die Befürwörter der Hexenjagd erhalten, noch mal revidieren. 
Gleichzeitig kann man sich darauf einstellen, dass die Zusammenarbeit zwischen Magier und Hexenjäger generell Konfliktpotential verspricht und so einiges an Spannung in der Geschichte ausmacht.
Auch für ein bisschen Herzklopfen beim Leser ist in der Geschichte gesorgt - als Nebenstrang und in gut proportionierten Dosen. Und hey, keine Dreiecksgeschichte! 
Das Buch endet schließlich mit einem spannenden, actionlastigen Finale, einer mehr oder weniger überraschenden Wende und fast ohne offene Fragen, jedoch definitiv mit einem Anknüpfpunkt für eine Fortsetzung. 

Fazit


Eine wirklich gelungener Debütroman. Sowohl die Figuren als auch die Geschichte konnten mich überzeugen. Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Schreibstil war zwar fesselnd, jedoch hätte ich ihn mir authentischer gewünscht, da das Buch ja im Mittelalter spielt. 
Kaufen dürfen sich dieses Buch alle, die gerne Fantasy-Jugendbücher lesen, sie werden damit ihre reine Freude haben. Wer auf klassische "Gut und Böse"-Fantasygeschichten nicht steht oder wem eine realistische Darstellung des Mittelalters sehr wichtig ist, sollte vielleicht doch ein anderes Buch kaufen. 

Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥
Humor: ♥♥♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥


4,5 Dreamcatcher
Danke an dtv für die Bereitstellung des Rezension-Exemplars :)

Kommentare:

  1. Das Buch möchte in unbedingt lesen!

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    1. hey,
      also ich kann es jedem nur empfehlen, bin schwer begeistert davon :)

      Liebe Grüße
      lena

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  2. Ich warte mal ab, was die Fortsetzungen für Meinungen auslösen. Bisher habe ich irgendwie noch nicht dieses "lesen wollen!" gehabt :x

    Liebe Grüße :)

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    1. hey,

      ich kenne das Gefühl, geht mir auch bei manchen (meist) gehypten Büchern so, dass sie mich eigentlich überhaupt nicht interessieren.
      Na ja, ich kann es nur weiterempfehlen, aber es muss jeder selbst wissen, ob ihn die Geschichten anspricht :)

      Liebe Grüße
      lena

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