13 März 2016

[Rezension] Diamantkriegersaga, Damirs Schwur - Bettina Belitz

2 DREAMS left | leave a DREAM



Titel: Damirs Schwur
Reihe: Diamantrkiegersaga
Autor: Bettina Belitz
Preis: 17,99€
Seiten: 450
Erscheinungsdatum: Februar 2016
Verlag: cbt
ISBN: 978-3-570-16417-4
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Die 17-jährige Sara hat ihre Seele an die Hydra verkauft – jene düstere Unterwelt, für die sie als Meisterdiebin arbeitet und wertvollen Diamantschmuck aus den Villen der Reichen stiehlt. Was mit den Diamanten geschieht, interessiert Sara nicht – bis der mysteriöse Damir in den Katakomben der Unterwelt auftaucht. Die beinah magische Anziehungskraft zwischen den beiden weckt in Sara übermenschliche Fähigkeiten, von denen sie bisher nichts ahnte. Die Fähigkeiten einer Diamantkriegerin. Ein gefährlicher Wandlungsprozess setzt ein, an dessen Ende Sara sich entscheiden muss, auf welcher Seite sie steht: auf der des Lichts oder des Schattens.


Rezension


Ich mag die Bücher von Bettina Belitz wirklich gerne. Sie gehört auch zu den Autoren, bei der ich mir als Ziel gesetzt habe, alle Bücher  - außer die Kinderbücher - zu kaufen und zu lesen. Da ich schon ein paar Bücher von ihr kenne, hatte ich dementsprechend auch hohe Erwartungen an das Buch und wurde nicht enttäuscht.

Inhalt
Ehrlich gesagt finde ich den Klapptext nicht so gelungen. Zum einen erweckt er den Eindruck, dass es sich um ein Highfantasy-Buch handelt und zum anderen verrät er schon ziemlich viel, was ich einfach gerne selbst entdeckt hätte. Und wer diese "Hydra" sein soll, von der im Klapptext geredet wird. Keine Ahnung. Das Buch hat auf jeden Fall nichts (oder noch nichts^^) mit irgendwelchen Wasserwesen zu tun :D
Im Grunde geht es in der Geschichte, die in unserer Welt spielt, um Sara, die in eher armen Verhältnissen lebt und Geld für die Pflege ihrer Großmutter aufbringen muss. Deswegen steigt sie nachts in Villen ein und stiehlt deren wertvolle Diamanten, um sie einem dubiosen Verbrecher zu bringen, der sie jedoch gut dafür bezahlt. Schließlich begegnet sie Damir und ihre Welt gerät aus den Fugen, als ihr Körper sich plötzlich unangenehm zu verändern beginnt.

Die Geschichte
Mir hat die Geschichte ziemlich gefallen, auch wenn das Buch definitiv keine leichte Kost war. Saras Welt ist eine wirklich traurige. Ihre Mutter hasst sie und misshandelt sie, ihre Oma, die einzige Person, die ihr Zuneigung entgegenbringt, ist schwer krank und um ihre Pflege zu bezahlen, muss sie sich mit einem ziemlich üblen Verbrecher einlassen. Auch viele der anderen Figuren sind sehr kaputt und Bettina Belitz hat kein Problem damit, das Elend in vollem Ausmaß zu schildern. Gleichzeitig fand ich diese Geschichte genau dadurch sehr erfrischend. Nicht das naive Püppchen mit den typischen Teenagerproblemen steht im Mittelpunkt, sondern ein mehr oder weniger gebrochenes Mädchen.
Gleichzeitig bedeutet dies jedoch, dass dieses Buch nichts für zartbesaitete ist und auch die Altersgrenze ist eher zu niedrig gesetzt. Gerade auf den letzten hundert Seiten passieren Dinge, die wirklich ziemlich hart an der Grenze sind, vor allem wenn man eben so was nicht gut verarbeiten kann.
Der zweite Handlungsstrang beginnt als Sara Damir trifft und auch dieser wird schnell ziemlich interessant. Wie es bei einer solchen Geschichte recht typisch ist, erfährt Sara wenig über ihn und die anderen, die mit ihm in Bunde sind und auch darüber, warum ihr Körper und ihre Wahrnehmung sich nach ihrer Begegnung mit ihm verändert, erfährt sie nichts. Dies lässt viel Spielraum für wilde Spekulationen sowohl beim Leser als auch bei Sara. Wer jedoch hofft, hier eine befriedigende Aufklärung zu finden, wird enttäuscht und muss wohl auf den nächsten Band für nähere Erklärungen warten.

Der Schreibstil
Ich mag den Schreibstil von Bettina Belitz wirklich gerne. Obwohl ich bis jetzt fast ausschließlich ihre Jugendbücher gelesen habe, ist der Stil anders als man das von diesem Genre gewöhnt ist und eher auf einem hohen Niveau ohne zu viele umgangsprachliche, schluddrige Ausdrücke. Außerdem findet man auch bei viele schöne Metaphern oder ein paar sehr tiefgründige Stellen, die man gerne immer wieder lesen möchte.

Die Figuren
Wer Bettina Belitz kennt, der weiß, dass ihre Figuren sehr sehr schwierig sein können. Selten sind sie einfach gestrickt und gerade über ihre Hauptpersonen gibt es immer sehr ambivalente Meinungen. Mich konnte sie damit immer begeistern, weil das eine angenehme Abwechslung zu den naiven Dummchen darstellt, die es sonst oft in Jugendbüchern gibt und deswegen hoffte ich auf eine komplizierte Protagonisten. Ich wurde auch nicht enttäuscht. Sara ist eine Figur, die definitiv ihren eigenen Willen hat, ihre Handlungen sind nicht immer die richtigen und ihre Gefühle und Gedanken sind manchmal schwierig zu deuten. Da sie außerdem zu sehr spontanen Handlungen neigt und aufbrausend ist, stellt auch sie wieder eine Figur da, mit der nicht jeder Leser klar kommen wird. Mich störte ihre Art überhaupt nicht, da sie in jeder ihrer Handlung ihren gutes Herz durchscheinen lässt und auf mich deswegen äußerst sympathisch und authentisch wirkt. Zu den anderen Figuren ist noch zu sagen, dass es fast keine schwarz-weißen Figuren gibt, sondern fast alle gute oder schlechte Seiten besitzen (mit ein paar wenigen Ausnahmen).


Fazit

Mich konnte der neue Roman von Bettina Belitz wieder voll und ganz begeistern. Sowohl die Geschichte konnte mich  mitreißen und stellte für mich eine neue, innovative Idee dar, als auch die Figuren (allen voran natürlich die schwierige Sara) und natürlich mag ich die Schreibstil der Autorin.
Trotz allem kann ich für das Buch keine allgemeine Leseempfehlungen aussprechen. Wie immer muss man die Protagonistin und ihre Eigenheiten mögen und das werden sicherlich nicht alle tun. Außerdem muss man sich bewusst sein, dass die Welt in der Sara lebt, eine sehr traurig und auch brutale ist. Deswegen sollte man sich vor dem Kauf gut überlegen, ob man mit diesen beiden Punkten wirklich klar kommt und notfalls vielleicht auch in die Leseprobe reinlesen.

Stil: ♥♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥♥♥
Spannung: ♥♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥



Vielen Dank an cbt für die Bereitstellung den Rezensionsexemplars :)

Kommentare:

  1. Huhu Lena,

    deine Rezension ist wirklich sehr ausführlich und aussagekräftig. Von der Autorin habe ich bislang noch kein Buch gelesen. Ich bin mir mittlerweile aber schon ziemlich sicher, dass ich das unbedingt mal nachholen muss.
    Gerade deine Worte,dass sich Bettina Belitz nicht scheut auch düstere Geschehnisse zu schildern konnten mich überzeugen.

    Ich glaube, dass du an Wasserwesen gedacht hast, liegt zum einen an dem Namen der Protagonstin und dann noch an dem Cover, bei dem die Charakterin in blauem Licht badet. Kann das sein?

    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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    1. hey :)

      Also ein Buch solltest du auf jeden Fall von ihr lesen. Wenn es dir gefällt, wirst du nämlich ne neue Lieblingsautorin haben.

      Ja, das kann schon sein, und vielleicht kommen auch irgendwann noch Wasserwesen, weil so wirklich geklärt, um was es geht, wurde bis jetzt nicht. Aber trotzdem ist der Klapptext doof.

      Liebe Grüße
      Lena

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