29 Juni 2016

[Rezension] Die Königin der Schatten, Verflucht - Erika Johansen

3 DREAMS left | leave a DREAM



Titel: Die Königin der Schatten - Verflucht
Autor: Erika Johansen
Übersetzer: Sabine Thiele
Preis (Paperback): 14,99€
Seiten: 608
Erscheinungsdatum: 16.05.16
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-31587-7
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Seit Kelsea Glynn ihr rechtmäßiges Erbe angetreten hat, ist in Tearling ein Zeitalter der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit angebrochen. Doch mit der Roten Königin des Nachbarreiches Mortmesne hat sich Kelsea eine ebenso mächtige wie gefährliche Feindin gemacht: Unau altsam marschiert die gewaltige Mort-Armee auf die Grenzen Tearlings zu. Noch während Kelsea versucht, einen Krieg zu verhindern, den sie nicht gewinnen kann, kommt sie einem Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur – einem Geheimnis, das das Schicksal Tearlings für immer verändern wird . . .


Rezension


Den ersten Band der Reihe habe ich letztes Jahr sehr gerne gelesen, jedoch hatte ich auch den einen oder anderen Kritikpunkt. Trotz allem habe ich mich sehr auf den Folgeband gefreut.

Die Königin der Schatten - Verflucht hat nun noch eine ganze Schippe drauf gesetzt und konnte mich noch mehr begeistern als der erste Band. Die Geschichte hat mich so in ihren Sog gezogen, dass ich die letzten 200 Seiten in einem Rutsch bis nachts irgendwann durchgelesen habe.

Das Buch besteht dieses Mal eigentlich aus zwei Handlungssträngen. 
Der erste Strang beschäftigt sich mit Kelsea, die das große Problem hat, dass die Mort kurz davor sind einzumarschieren. Gleichzeitig hat sie auch noch das ein oder andere Problem mit ihrem Adel und auch der heilige Vater scheint nicht ihr größter Fan zu sein. So treten im Laufe der Geschichte immer wieder Probleme auf, für die Kelsea (mal mehr und mal weniger) diplomatische Lösungen sucht, während doch die drohende Gefahr der Mortarmee immer allgegenwärtig ist. Durch die allgegenwärtige Gefahr, für die es keine Lösung zu geben scheint, schafft es die Autorin eine solide Spannung aufzubauen, die sich im Laufe des Buches immer mehr steigert. Dabei kann man bis zu letzt nicht sagen, wie das Buch wohl ausgehen mag.
Gleichzeitig muss man sich jedoch bewusst sein, dass es hier weniger um actiongeladene Kampfszenen geht, sondern das Zentrum der Geschichte die politischen Machenschaften rund um die Krone darstellt. Es wird viel geredet, viel spekuliert, Intrigen gesponnen, Verräter ausfindig gemacht. Das muss man mögen, um sich  mit der Geschichte anfreunden zu können. Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass das 608-Seiten-lange Buch doch langatmig wirken kann.

Dazu schafft es die Autorin einen Kritikpunkt, den ich noch im ersten Band hatte, zunichte zu machen. Damals war ich etwas enttäuscht, dass wir hier trotz der guten Geschichte nur Figuren habe, die entweder gut oder böse sind. Ich mag es viel mehr, wenn Figuren eben nicht klar in diese Kategorien einsortiert werden können, sondern auch mal anders handeln, als man es von ihnen erwartet. Und das gelingt der Autorin im zweiten Band schon viel besser. Gerade Kelsea und die Mort-Königin werden noch facettenreicher gestaltet und bekommen so eine Tiefe, bei der die Grenzen von Gut und Böse langsam aufweichen.

Der zweite Handlungsstrang entsteht dadurch, dass Kelsea Visionen von einer Frau hat, die vor der Überfahrt lebte. Dabei entsteht ein wirklich krasser Gegensatz zum ersten Handlungsstrang, da die Geschichte eindeutig in unserer Zukunft spielt und deswegen wie eine klassische Dystopie wirkt.
Die Autorin entwirft hier eine wirklich interessante Zukunftsversion, die ich mir im Hinblick auf einen ganz bestimmten Präsidentschaft-Kandidat sogar vorstellen könnte und die mich auch faszinieren und etwas schockieren konnte. Was diesen Handlungsstrang für mich jedoch unglaublich gut gemacht hat, war die Geschichte der Frau, die Geschichte von Lily. Selten habe ich mit einer Figur so mitgefiebert und mitgelitten wie mit ihr und manchmal war ich wirklich fast schon verärgert, wenn Kelsea wieder aufgewacht ist.

Die Geschichte von Lily ist mit Ende des Buches wohl abgeschlossen, obwohl ich mir wünschen würde auch im nächsten Band noch von ihr zu lesen. Kelseas Geschichte endet mit einem Cliffhanger, bei dem man doch gerne den nächsten Band sofort zur Hand nehmen möchte.


Fazit


Ich habe ein neues Lesehighlight 2016! Unglaublich gutes Buch, dass sich zu seinem Vorgänger noch steigern konnte und deswegen definitiv kein typischer "Mittelteil" ist. Kelseas Geschichte konnte mich wieder packen, doch der Blick in die Zeit vor der Überfahrt hat mich regelrecht umgehauen.
Jeder, der den ersten Band mochte, kann sich ohne bedenken, den zweiten Band auch zulegen. Wem der erste Band schon zu langatmig war und wer mit den politischen Ränkespielchen nichts anfangen konnte, der sollte sich gut überlegen, ob er die Reihe weiterlesen möchte.


Stil: ♥♥♥♥ Charaktere: ♥♥♥♥♥
Humor: ♥ Gefühl: ♥
Spannung: ♥♥♥♥ Kreativität: ♥♥♥♥♥


5 Dreamcatcher

Vielen Dank an den Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars :)

Kommentare:

  1. Huhu Lena :o)
    Ich fand auch, dass der zweite Band sogar noch etwas besser war als der erste. Das hätte ich kaum für möglich gehalten, da ich den ersten schon so genial fand. Ich freue mich, dass du genauso viel Freude mit dem Buch hattest.
    Ich empfinde Geschichten in der Geschichte eigentlich meist als nicht so gut. Nicht so bei Der Königin der Schatten. Hier hat mich die Story rund um Lily sehr interessiert.

    Sehr schöne Rezension :o)
    Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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    1. Hey,

      also bei mir war es durchaus möglich. Mir war der Mittelteil etwas zu lang und die Figuren etwas zu schwarz-weiß. Aber dieses Mal blieben echt keine Wünsche offen.

      Ja, der Teil mit Lily war einfach richtig gut.

      (ACHTUNG SPOILER)

      Sag mal, da du das Buch ja kennst, hab ich das richtig verstanden, das die Überfahrt eigentlich eine Zeitreise in die Vergangenheit war? Es wird zwar nicht explizit gesagt, aber die Andeutungen hab ich jetzt mal so interpretiert.

      Danke :)

      Liebe Grüße
      Lena

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    2. Huhu Lena,

      meines Erachtens war die Überfahrt eine Reise in eine Parallelwelt. Es ging darum in der Zukunft eine bessere Welt zu schaffen, in der man auf Technik etc. verzichtet und alles neu aufbaut. So habe ich das zumindest verstanden :o)

      Ganz liebe Grüße Tanja :o)

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