12 Dezember 2016

[Rezension] Im Schlaf komm ich zu dir - J. R. Johansson

2 DREAMS left | leave a DREAM


Der siebzehnjährige Parker ist total am Ende: Seit vier Jahren hat er nicht mehr geschlafen. Stattdessen ist er dazu verdammt, Nacht für Nacht die Träume desjenigen mitzuerleben, dem er vor dem Schlafengehen zuletzt in die Augen geschaut hat. Er durchleidet fremde Ängste, erfährt dunkelste Geheimnisse – und darf niemals selbst träumen oder schlafen. Wenn sich nicht schnell etwas ändert, wird er sterben. Da trifft er Mia, und in ihren entspannenden Traumbildern findet er endlich Ruhe. Er beginnt sie zu verfolgen, um sicherzustellen, dass er in ihren nächtlichen Visionen landet. Doch damit erweckt er ihr Misstrauen. Denn sie wird schon längere Zeit von einem gefährlichen Stalker verfolgt. Plötzlich sind sie beide in höchster Gefahr.


Titel: Im Schlaf komm ich zu dir | Autor: J. R. Johansson | Übersetzer: Beate Brammertz | ISBN: 978-3-453-26813-5 |  Bei Heyne kaufen  



Das Buch war einer der Lesetipps, die ich im Rahmen eines Gewinnspiels bekommen habe. Doch auch wenn es das nicht gewesen wäre, hätte ich mir das Buch sicher näher angeschaut, da es sehr interessant klingt.
Das Buch hat mir auch ziemlich gut gefallen, jedoch war es nicht völlig perfekt für mich.

Parker hat ein Problem. Sein Körper schläft jede Nacht, sein Geist landet jedoch im Traum des Menschen, dem er zuletzt in die Augen gesehen hat. Nicht nur, dass es manchmal verstörend oder unangenehm ist, in die Träume anderer Menschen einzutauchen, da sein Gehirn nicht schläft, hat er seit Jahren mit Schlafentzug zu kämpfen und weiß, dass er daran irgendwann sterben wird. Doch dann trifft er Mia, in deren Träumen er sich tatsächlich hinlegen und schlafen kann. Damit er ihr als letzter Person am Tag in die Augen schauen kann, benimmt er sich jedoch zunehmend merkwürdiger. Da Mia dazu tatsächlich von jemandem gestalkt wird, glauben bald alle, das Parker derjenige ist, während der wahre Stalker immer gefährlicher wird.

Kommen wir erst einmal zum Positiven. Ich finde die Idee total genial und habe auch noch nichts vergleichbares gelesen. Parker kann in den Träumen zwischen der Verarbeitung von realen Erlebnissen und abgefahrenen Fantasievorstellungen unterscheiden. So erfährt er auch mehrmals erschreckende Dinge von Bekannten, Freunden oder Fremden.
Sein Schlafentzug und die Gefahren, die damit verbunden sind, schafft die Autorin sehr gut darzustellen. und so baut sich alleine dadurch eine permanente unterschwellige Spannung auf und man leidet auch mit Parker ziemlich mit.

Auch die Figuren waren sehr gut skizziert und wirkten alle sehr lebedig und mehr oder weniger sympathisch. Gerade Parker, sein bester Freund und seine Schwester waren wirklich eine unterhaltsame Truppe.

Obwohl die Grundidee mir gut gefallen hat, ist die Umsetzung nicht völlig gelungen. Leider geht dem Buch in der Mitte die Spannung etwas verloren. Es ist immer noch interessant genug, dass man es weiterlesen will, aber es passiert eine ganze Weile nicht besonders viel. Auch der Stalker, der ja so gefährlich sein soll, hält sich lange Zeit ziemlich zurück. Von ihm hätte ich mir in einem Thriller wirklich mehr erwartet. Generell finde ich die Bezeichnung Thriller nicht ganz so gut gewählt, da das Buch eigentlich ziemlich handzahm daherkommt.

Doch das sind eigentlich meine einzigen Kritikpunkte. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, den diese Thematik ebenfalls anspricht.





Ein gelungene erster Roman der Autorin, der mich wirklich gut unterhalten konnten. Die Thematik fand ich sehr interessant und gelungen umgesetzt und auch die Figuren konnten mich begeistern. Einzig die Spannung und der Stalker gehen in der Mitte des Buch ein wenig verloren, weswegen mich das Buch nicht völlig begeistert zurücklässt.
Doch trotzdem kann ich das Buch allen Fans von Mystery-Jugendbüchern empfehlen, diese werden sich auf ihre Kosten kommen.

Stil: ♥♥♥ | Charaktere ♥♥♥♥ | Humor: ♥♥ | Gefühl: ♥♥♥ | Spannung: ♥♥♥ | Kreativität: ♥♥♥♥

4 Dreamcatcher

Kommentare:

  1. Hallo Lena,

    schöne Rezension. :)
    Das Buch habe ich vor knapp einem Jahr gelesen, und ich hatte damals mit dem ersten Drittel Probleme, das mir sehr langatmig vorkam. Anschließend kam bei mir aber durchaus sowas wie ein Thrill-Effekt an.
    Die Idee finde ich wie du ziemlich cool, außerdem mochte ich die Weise, wie die Story teilweise in dunkle Abgründe versinkt und die Differenzierung zwischen Traum und Wirklichkeit unscharf wird.
    Von daher bin ich auch gespannt auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hey :)
      Na ja, am Anfang fand ich die Idee einfach sehr spannend, doch wenn man sich dran gewöhnt hat, passiert einfach nicht viel^^
      Ja, ich fand es auch toll, dass Traum und Wirklichkeit verschwimmen und bin auch gespannt, ob Parker damit später noch größere Probleme haben wird.
      Ich hoffe das nächste Buch wird auch noch übersetz :/

      Liebe Grüße
      Lena

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